AUS DER CHRONIK...

Die Musikkapelle Moosbach wurde im Jahr 1907 vom damaligen Kaplan Franz Peterlechner ins Leben gerufen. Neben ein paar Älteren, die bereits mit einem Blasinstrument umzugehen wußten, sammelte er sich Burschen zwischen 10 und 15 Jahren und gab ihnen Unterricht. Innerhalb kurzer Zeit entstand eine Gruppe mit 24 Mann. Da Kaplan Peterlechner kein Freund von Holzblasinstrumenten war, wurde nur auf Blechblasinstrumenten musiziert.

Kaplan Peterlechner kam 1910 nach Wippenham. Er gründete dort sowie in den Gemeinden Weilbach und Mörschwang weitere Musikkapellen. Nach seinem Abgang übernahm der Tischlergeselle Jaidinger die Leitung der Kapelle, Tischlermeister Freischlager war Stabführer. Im Jahre 1914 mussten die Instrumente mit Waffen getauscht werden - aus Musik wurde Waffengeklirr.

Nach dem Weltkrieg

Der Weltkrieg war zu Ende - für die Blasmusik eine denkbar schwere Zeit. Es war hier vor allem der Gastwirt Andreas Rieder, der die Musiker wieder um sich sammelte. Er gab Unterricht auf Blechblasinstrumenten. Nach dem Ableben von Rieder im Jahr 1934 übernahm Mathias Wührer, Tomerl in Waasen, die Leitung der Kapelle. Nur wenige Jahre später setzten die Schrecken des Zweiten Weltkrieges der Musik wiederum ein Ende.

Abermals ein Neubeginn

Auch nach dem Krieg gab es wieder zwei beherzte Männer, die sich um die Musik kümmerten. Es waren dies Mathias Wührer und Ferdinand Aichinger. Als Moosbach 1946 einen jungen Seelsorger bekam, wurde sofort auch der Gedanke wach, diesen mit der Leitung der Musikkapelle zu betrauen. Und so übernahm Pfarrer Maximilian Lebzelter 1947 die Kapelle. Natürlich gab es zu dieser Zeit viele Schwierigkeiten. Es mangelte an Instrumenten, Noten und Ausbildern.

1950 wurde das 40-jährige Gründungsfest abgehalten. Die Kapelle bekam zu diesem Anlass eine neue Uniform.

 

1966 trat die Musikkapelle dem Oberösterreichischen Blasmusikverband bei. 

 

1969 wurde die Kapelle neu eingekleidet. Wie die meisten Kapellen des Landes bekam auch sie eine Tracht, die vom Oberösterreichischen Heimtwerk unter Prof. Dr. Franz Lipp entworfen wurde.

1970 legten der damalige Obmann Georg Schickbauer und Kapellmeister Pfarrer Lebzelter ihre Funktionen zurück. In einer geheimen Wahl wurde Josef Scharf, Gartner in Winden, zum Obmann gewählt. Josef Vierlinger wurde zum Kapellmeister bestellt. Vierlinger wirkte seit 1954 als Flügelhornist in der Kapelle mit und brachte durch seine hohe musikalische Begabung auch die Voraussetzungen für die musikalische Leitung mit. Die Kapelle wurde nun mit jungen Kräften aufgestockt. Trompete, Flügelhorn und Tenorhorn wurden von Kapellmeister Vierlinger ausgebildet, Klarinette wurde von Josef Bruckbauer unterrichtet und Schlagzeugschüler wurden nach Mauerkirchen zu Andreas Mauch geschickt.

70-jähriges Jubiläum

Erstmals erlernten auch Mädchen ein Instrument und traten der Musikkapelle bei. Das bisherige Probelokal, ein Hinterzimmer im Gasthaus Spitzlinger, das jahrzehntelang kostenlos benutzt werden durfte, wurde zu klein. Wieder wurde uns von der Familie Spitzlinger im Nebengebäude ein Raum zur Verfügung gestellt. 

 

Unter Kapellmeister Vierlinger erreichte die Kapelle eine Stärke von 38 Musikern und es wurde erstmals an Konzert- und Marschwertungen teilgenommen. Ebenso wurden auch Frühjahrskonzerte unter der Mitwirkung des Vierlinger Viergesanges und der Geschwister Spitzlinger veranstaltet.

 

Das 70-jährige Gründungsfest wurde am 21. und 22. Mai 1977 abgehalten. Am Samstag fand nach dem Totengedenken ein Gemeinschaftskonzert mit der Werkskapelle der VMW Ranshofen statt. Ingesamt leisteten 30 Kapellen der Einladung Folge.

Neuer Schwung

Nach achtjähriger erfolgreicher Tätigkeit als Kapellmeister legte Josef Vierlinger 1978 sein Amt zurück. Sein bisheriger Stellvertreter Josef Bruckbauer übernahm nun die musikalische Leitung der Kapelle. Er diente 15 Monate bei der Militärmusik Salzburg, spielte Klarinette bei der Moosbacher Kapelle und Tenorsaxophon bei der Werkskapelle der VMW Ranshofen. Von 1978 bis 1982 absoliverte er die Kapellmeisterkurse des OÖBV und bestand die Abschlussprüfung mit Erfolg.

Mit neuem Schwung ging es weiter. Die ersten Jungmusikerleistungsabzeichen wurden erworben und Jungmusikerseminare des OÖBV wurden mit der maximalen Teilnehmerzahl einer Kapelle beschickt. Die Gemeinde Treubach und die Treubacher Vereine wurden nun von der Musikkapelle Moosbach betreut.

 

1980 trat Obmann Josef Scharf nach zehnjähriger Tätigkeit zurück. An seine Stelle wurde der Stabführer und frühere Kapellmeister Josef Vierlinger gewählt. Er blieb aber nur zwei Jahre, da er 1982 seinen Wohnsitz nach Mauerkirchen verlegte. Ihm folgte als Obmann der Hauptschullehrer und Es-Klarinettist Johann Scharf.

Eine neue Epoche für die Musikkapelle Moosbach sollte am 12. September 1984 beginnen. Ab diesem Tag beschloss der Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Franz Öller einstimmig, über dem neuen Kindergartengebäude einen Musikproberaum zu errichten. Nach zweijähirger Bauzeit konnte am 31. August 1986 das neue Probelokal der Musikkapelle Moosbach offiziell eröffnet und gesegnet werden.

Viele Höhepunkte

Vom 26. bis 28. Juni 1987 wurde das 80-jährige Gründungsfest verbunden mit dem 29. Bezirksmusikfest des Bezirkes Braunau in Moosbach abgehalten. Bereits am Freitag wurde bei einem kurzen Festakt mit den örtlichen Vereinen der "Große Österreichische Zapfenstreich" gemeinsam mit der Werkskapelle der AMAG Ranshofen aufgeführt.

Einer von vielen Höhepunkten war am 26. Juni 1992 die Teilnahme am österreichischen Militärmusiktreffen in Linz oder im August desselben Jahres die Wappenverleihung an die Gemeinde Moosbach durch den damaligen Landeshauptmann Josef Ratzenböck.

 

Vom 7. bis 9. Juni 1996 nahm die Musikkapelle Moosbach am 17. Österreichischen Bundesmusikfest in Wien teil. Gemeinsam mit der Ortsmusikkapelle Neukirchen an der Enknach und der Trachtenmusikkapelle Weng im Innkreis wurde bei der Marschwertung im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn eine "Auszeichnung" mit der Höchstpunktezahl aller teilnehmenden Kapellen aus allen neun Bundesländern sowie Südtirol errungen.

Der Taktstock wird übergeben

Im Herbst 2000 gab Sepp Bruckbauer die musikalische Leitung der Kapelle ab. Christian Strasser, ein hervorragender Posaunist, der lange Zeit bei der Big Band der Landesmusikschule Mattighofen mitwirkte, und Fritz Wurhofer, ein passionierter Schlagzeuger und Musikschullehrer, teilten sich das Amt des Kapellmeisters. Leider zog der Beruf Christian Strasser nach Graz und der Weg zu den Proben wurde ein besonders weiter. Aber nicht nur die Arbeit machte aus dem gebürtigen Moosbacher einen halben Steirer - lernte er doch seine jetzige Gattin in der schönen Steiermark kennen.

 

Ende des Jahres 2004 kam es zu einem neuerlichen Kapellmeisterwechsel. Martina Kohlmann, damals bereits Kapellmeisterin der Stadtkapelle Braunau, übernahm die musikalische Leitung der Musikkapelle Moosbach. Martina Kohlmann begann ihre musikalische Laufbahn beim Musikverein Harmonie Uttendorf, wo sie Klarinette und Saxophon spielte. Den Kapellmeisterlehrgang absolvierte sie bei Prof. Johann Mösenbichler in Ried.

 

Auch das Amt des Obmannes wurde 2004 neu besetzt. Auf Franz Wührer, der das Amt von 2002 bis 2004 inne hatte, folgte Gerhard Daxecker. Bereits 2002 übernahm Stefan Daxecker den Stab vom nunmehrigen Ehrenstabführer Josef Reiseder.